Vier Linden
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www.bf-vln.de - Fotografieren im Studio
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Fotografieren im Studio

Oftmals will man nur einen einzigen Gegenstand isoliert fotografieren, um ihn zu zeigen.
Dabei sieht es gut aus, wenn man einen neutralen Hintergrund hat, sodaß nichts von ihm ablenkt.
Wie ich solche Fotos mache, ist Inhalt dieses Artikels.

Ausrüstung

Das Fotostudio
Das Fotostudio
Es gibt sogenannte "Tabletop"-Studios durchaus zu kaufen, aber es geht auch ohne große Ausgaben.
Alles was man benötigt, ist ein Hintergrund (meiner ist eigentlich sogar ein bisschen zu dunkel), mehrere (Foto-) Lampen oder Blitze, ein Stativ und natürlich die (Digital-) Kamera.
Der Rest auf dem Bild ist bloß herumliegender Grusch... ;-)
Wenn man öfter Fotos macht, ist es praktisch, alles fertig aufgebaut zu haben.
Eine Schreibtischlampe aus dem Möbelladen
Eine Schreibtischlampe aus dem Möbelladen
Die Beleuchtung ist besonders wichtig, weil von ihr die Wirkung und die Qualität des Bildes abhängen.
Wenn zu wenig Licht vorhanden ist, muss die Kamera zu lange belichten, sodaß das Rauschen im Bild und die Gefahr, zu verwackeln, zunehmen.
Ich benutze zwei kleine Schreibtischlampen aus einem Möbelladen für 5€ je Stück. Eine richte ich als Spot direkt auf das Motiv, die andere beleuchtet indirekt über ein Blatt Papier die gesamte Umgebung. Dadurch werden harte Schatten vermieden, und alle Ecken und Kanten ausgeleuchtet. Besser wären natürlich professionelle Studioleuchten.
Ein Stativ
Ein Stativ
Um ein Verwackeln des Bildes zu vermeiden, braucht man unbedingt ein Stativ.
Um absolut sicherzugehen, dass die Kamera sich nicht bewegt, sollte man sogar einen Fern- oder den Selbstauslöser, bei Spiegelreflexkameras die Spiegelvorauslösung benutzen. Dadurch können Schwingungen, die durch das Einstellen und Auslösen der Kamera entstehen, noch abklingen.
Minolta DiMAGE 7i
Minolta DiMAGE 7i
Bei der Kamera gibt es einige Anforderungen, die zwar kein Muss, aber doch sehr praktisch sind.
Sie sollte einen manuellen Weißabgleich durchführen können, sonst muss man halt die beste Einstellung raussuchen. Außerdem ist eine Blendenvorwahl und eine Abblendtaste hilfreich, um die Tiefenschärfe steuern zu können. Wenn die Kamera dies nicht unterstützt, ist viel Licht nötig, um sie dazu zu bringen, die Blende von selbst zu schließen.
Auch praktisch ist es, wenn sie bei einem weiten Brennweitenbereich Makroaufnahmen machen kann. Dadurch kann man die Tiefenschärfe gut beeinflussen, aber auch verhinden, dass Schatten der Kamera auf dem Foto ist.
Bis vor kurzem habe ich sämtliche Fotos mit einer Sony DSC-P8 gemacht, eine Kompaktkamera ohne viele Einstellmöglichkeiten. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Textes mit einer semiprofessionelle Minota DiMAGE 7i, bei der alles einstellbar ist, mittlerweile mit einer Spiegelreflex.


Ausleuchtung

Indirektes Licht und ein Spot
Indirektes Licht und ein Spot
Ein Spot direkt auf den Güterwagen von links, eine Lampe indirekt (also weich) von rechts.
Dies ist noch nicht ganz ideal, das weiche Licht müsste noch ein bisschen kräftiger sein.
Nur ein Spot
Nur ein Spot
Nur ein Spot von links.
Der Schatten des Wagens ist sehr hart, die Stirnwand ist kaum ausgeleuchtet.
Zwei Spots
Zwei Spots
Zwei Spots direkt, von links und rechts.
Es gibt zwei Schatten. Unter dem Güterwagen überschneiden sie sich, dort ist es besonders dunkel. Die Stirnwand hat Schatten aus beiden Richtungen.

Tiefenschärfe

Auf die Tiefenschärfe haben vor allem die Blende und die Brennweite starken Einfluss.
Mit geringer Brennweite erreicht man eine höhere Tiefenschärfe, hat dadurch aber eventuell auch eher Verzerrungen im Bild.
Es lohnt sich auch, auszuprobieren, bei welcher Brennweite die Kamera die stärkste Vergrößerung bietet. Die Sony DSC-P8 kann bei 1,3-fachem Zoom etwa 4,5cm breite Gegenstände formatfüllend abbilden, wenn man raus- oder reinzoomt wird dies erheblich mehr.
Die DiMAGE 7i kann eigentlich nur bei den beiden Brennweitenextremen in den Makromodus geschaltet werden, und bei 28mm Brennweite müsste ein Güterwagen etwa 5cm vor der Linse sein, um ihn formatfüllend abzubilden. Das lässt sich nicht scharfstellen.
Abhilfe ist einfach: Den Schalter rausnehmen und vorne kürzen. Nein, da kollidiert nichts innendrin.
Blende 9,5, 1,5s belichtet
Blende 9,5, 1,5s belichtet
Bei einer kleinen Blende (also großer Blendenwert) erreicht man eine hohe Tiefenschärfe, muss allerdings dafür auch lange Belichtungszeiten akzeptieren.
Auf diesem Foto ist das linke Achslager noch gut zu erkennen, erst der Puffer ist ein bisschen verschwommen. Scharf gestellt habe ich auf den Türverschluss der ersten Tür.
Bei einer Spiegelreflex reicht f/9,5 für solche Tiefenschärfe bei weitem nicht aus...
Blende 3,5, 1/6s belichtet
Blende 3,5, 1/6s belichtet
An der Schärfe wurde nichts geändert, nur die Blende wurde geöffnet.
Die Beschriftung ist nun verschwommen, das Achslager nur noch grob zu erkennen, und der Puffer ganz schemenhaft.


Verwackeln

Mit Selbstauslöser
Mit Selbstauslöser
Durch die Benutzung des Selbstauslösers stellt man sicher, dass die Kamera kaum noch wackelt, wenn sie auslöst.
Bei diesem Foto kann man im Original die Anschriften problemlos lesen, auch in 640x480px Größe (wenn man auf das Thumbnail klickt) geht das noch.
Direkt ausgelöst
Direkt ausgelöst
Wenn die Kamera wackelt, während sie auslöst, verschwimmt die Anschrift. Im Original sieht man die Buchstaben doppelt, leicht verschoben. Auf dem großen Foto hier erkennt man die Anschrift nicht mehr.
Für solche Bilder reicht übrigens schon der Spiegelschlag einer Spiegelreflex aus - Spiegelvorauslösung hilft.

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Letzte inhaltliche Änderung: 22.08.2006, Tobias Meyer, website.jan2009@bf-vln.de.
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